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Abends in Arica

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07.01.2011

Rennbericht von Ellen Lohr.

Wir quälen uns mal wieder mit einer irrsinnig langsamen Internetverbindung ab. Im Bivak 10 km ausserhalb der Grenzstadt Arica geht garnichts, deshalb fahren wir noch abends spät in die City um unseren Videoblog, diese Worte und ein paar Fotos übertragen zu könnnen. Arica gefällt mir persönlich bis jetzt von allen Städten in Chile, die ich während drei Südamerika Dakars sehen konnte am Besten. Die Stadt pulsiert richtig. Mal sehen, wie das Ganze bei Tageslicht aussieht…aber bei Nacht ist richtig was los und es macht alles einen sehr sympathischen Eindruck. Immerhin 160.000 Menschen leben hier und irgendwie ist das so eine Stimmung von „Wir leben zwar am Ende der Welt aber wir lassen uns die Laune nicht verderben“.In der Stadtmitte finden wir zwar einige WiFi Netze, zum Beispiel beim örtlichen Mc Donalds, die sind aber super langsam und für eine Videoübertragung nicht zu gebrauchen. Schlussendlich finden wir das Hotel Arica und das hat alles, was ein gutes Hotel braucht, inklusive freiem, schnellen Netz.

Von unserem Team gibt es heute leider nur gemischtes zu berichten. Matthias Kahle fährt auf einen tollen 13. Platz aber alle anderen hat`s mehr oder weniger rausgehauen. Aber der Reihe nach: Zunächst begann das Ungemach noch gestern, als Etienne Smulevici, mit 26 Dakar Starts der erfahrenste Veteran im Team, einen Schaden hat und mit einem Servicetruck über die Dünen abgeschleppt werden muss. Nicht einfach das Ganze. Ich erinnere mich an eine Abschleppaktion in Afrika 2006, nachts hinter dem Truck durch die Dünen…..das möchte ich ehrlich nicht nochmal mitmachen müssen. Man hat zwar kurze Abschleppseile dabei, da es ansonsten kein sicheres Überqueren des Dünenkamms geben kann, aber es ist immer eine sehr heikle Aktion. Und genau mein Horrorszenario in einer solchen Situation ist Etienne passiert. Er wird über einen Dünenkamm geschleppt, kommt unglücklich drüber und überschlägt sich hinter dem LKW. Der merkt das natürlich erstmal nicht und schleppt ihn noch ein ganzes Stück auf dem Dach weiter. Etienne ist heute Abend jedenfalls im Bivak, aber insgesamt aus dem Rennen. Leider sieht es auch für Benat Errandonea nicht gut aus. Er hat wie es aussieht ca. 30 km vor dem Ziel einen Motorschaden erlitten und das heisst in Dakarsprache „worst case“,denn man darf wirklich alles wechseln, nicht aber den Motorblock. Und um dem Ganzen noch einen draufzusetzen ist auch ein weiterer Teamkollege bei SMG kurz vorm Ausscheiden. Ronan Chabot hat sich gestern überschlagen und quält sich heute als Folgeschaden mit grossem Ölverlust herum. Ich hoffe aber, dass er es noch schafft, denn die Teilnehmer müssen ja nur bis morgen um 18:00 Uhr ins Ziel kommen um im Rennen zu bleiben.

An der Spitze war es heute fü BMW und Peterhansel ein schlechter Tag in Bezug auf einen potentiellen Dakarsieg. Er verliert über 12 Minuten durch vier (!) Plattfüsse auf die beiden führenden VW. Peterhansels Stärke liegt zwar in den Dünen, insofern gibt es noch reichlich Möglichkeiten diesen Rückstand wieder aufzuholen, aber dennoch, rein psychologisch ist er nun in der Defensive.

Morgen, ist Restday. Tja schön wär`s, denn für uns wird das einer der arbeitsreichsten Dakartage, da wir einiges vorbereiten müssen für die kommenden Woche, an denen wir richtig Kilometer fahren müssen und dadurch am Ende des Tages immer die Zeit ausgeht…

Viele Grüsse aus der nördlichsten Stadt Chiles

Eure Ellen



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